Nachdem die ZVO-Zulieferfirmen des Fachbereichs Chemie und Anlagen mit den Geschäftsjahren 2022 bis 2024 nur bedingt zufrieden waren, sank angesichts der allgemein eingetrübten wirtschaftlichen Situation der Gesamt-Umsatz des Fachbereiches um weitere 15 Prozent, wobei der größte Umsatzrückgang von -39 Prozent im Bereich der Anlagen und Komponenten zu verzeichnen ist und den Rückgang des Gesamtumsatzes damit maßgeblich beeinflusste. Die Zahl der Gesamt-Beschäftigten im FB sank von 2.341 auf 2.289 Beschäftigte (-2 Prozent).
Der Gesamtumsatz (500 Millionen Euro) verteilt sich mit 114 Millionen Euro auf Lieferungen und Leistungen aus dem Anlagenbau/Komponenten und 386 Millionen Euro aus dem Bereich Chemie. Im Vergleich zu 2024 sank der Umsatz im Bereich Anlagen/Komponenten um 39 Prozent. Ein Trend aus 2022 und 2023, als Umbauten einen deutlichen Umsatzsprung machten, setzte sich 2025 wie schon 2024 nicht fort: Während Investitionen in Neuanlagen gesamt um 22 Prozent sanken, sank auch der Umbauten-Umsatz im letzten Jahr gesamt um 17 Prozent.
Auch im Bereich Chemie war 2025 kein gutes Jahr: Insgesamt sank der Gesamt-Chemieumsatz um 4 Prozent, verteilt auf Inland - 8 Prozent, Europa -7 Prozent, während der Gesamt-Chemieumsatz im außereuropäischen konstant blieb.
In der wichtigsten Kategorie „Chemie für Galvanische Metallabscheidung“ sank der bereinigte Umsatz in 2025 insgesamt um 3 Prozent, im Inland um 1 Prozent, in Europa und in außereuropäischen Ausland um jeweils 6 Prozent. Der Trend, verstärkt dreiwertige Glanzchromverfahren einzusetzen, spiegelt die Umsatzstatistik des Fachbereiches Chemie und Anlagen eindeutig wider: Hier stieg der Umsatz insgesamt um 26 Prozent, im Inland um 20 Prozent.
Ein belastbarer Ausblick für 2026 ist angesichts der geopolitischen Entwicklungen schwierig. Nach einem schwachen Start Anfang Januar und der tendenziell leicht positiven Stimmungsverbesserung Ende Februar ist der Optimismus durch den Krieg im Iran und in Nahost weitgehend verflogen. Aber auch die politischen Randbedingungen in Europa – hier sei nur die fortgesetzte politische Hängepartie der EU-Kommission im Hinblick auf Chromtrioxid genannt – vermindern kontinuierlich die europäische Position im globalen Wettbewerb. Die Mitglieder des Fachbereiches Chemie und Anlagen erwarten ein konstant schwaches Niveau für 2026. Übereinstimmend stellen sie Produktions-Verlagerungen inländischer Kunden ins Ausland fest. Deutschland sei mittelfristig kein Wachstumsmarkt. Inländische Betriebsschließungen und Unternehmens-Zusammenschlüsse lassen den inländischen Markt weiter schrumpfen.
Die Automobilindustrie bleibt weiterhin die wichtigste Abnehmerbranche der Galvanotechnik. Allerdings bleibt in diesem Jahr auch die Produktion und der Absatz weltweit in der Automobilindustrie unter Druck. Auch im weltweiten Forecast sind allenfalls stagnierende Produktions-Zahlen zu erkennen. Erstmals exportierte China 2025 mehr Autos nach Deutschland als von Deutschland nach China importiert wurden. Die Situation für europäische PKW-Hersteller dürfte sich 2026 aufgrund hoher chinesischer PKW-Lagerbestände weiter verschärfen. Der Defence-Bereich verzeichnet bei allen Fachbereichs-Mitgliedern steigende Bedeutung, allerdings wird diese Wachstums-Branche nicht den Bedeutungs-Verlust der Automobilindustrie kompensieren können, da die zu beschichtende Fläche von Defence-Bauteilen im Vergleich zur Automobil-Branche marginal ist.
Auch für die meisten Mitglieder des Fachbereichs Industrieller Beschichter war das Geschäftsjahr 2024 bereits wenig erfreulich verlaufen, 2025 sanken die Umsätze 2025 weiter um 5 bis 10 Prozent. Der Start ins Jahr 2026 offenbarte einige Konsolidierungstendenz, allerdings ist auch hier der Ausblick angesichts des Krieges in der Golfregion von hoher Skepsis geprägt.
Die Belastung durch die stark steigenden Energiekosten, sofern nicht eine frühzeitige Absicherung erfolgt ist, sowie der Preisanstieg vieler Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ist beängstigend. Eine Weitergabe in der Lieferkette ist kaum möglich, eher sieht sich der FB mit Aufforderungen zur Preissenkung konfrontiert, um den Standort Deutschland überhaupt noch halten zu können. Umsatzverluste durch die Produktionsverlagerung von Kunden werden aus allen Unternehmen berichtet.
Bisher ist keine Veränderung im Zahlungsverhalten der Kunden festzustellen, aber eine sorgfältiges Debitorenmanagement zur Vermeidung ist unabdingbar.
Investitionen in Kapazitätserweiterungen finden nicht statt, eher werden Programme zur Reduzierung von Anlagenkapazitäten durchgeführt. Getätigt werden dagegen Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz und Modernisierung bestehender Anlagen, zur Automatisierung und Digitalisierung sowie zur Erweiterung des Service-Angebotes.
In fast allen Unternehmen laufen Programme zur Effizienzsteigerung, Restrukturierung oder Prozessoptimierung. Damit einhergehend erfolgt vielfach eine Reduzierung von Leiharbeitskräften und Stammpersonal. Die Erhöhung des Mindestlohnes wirkt hierbei beschleunigend.
In einigen Regionen, vor allem dort, wo ein Wettbewerb zu Neuansiedlungen von Elektronik- oder Dienstleistungsunternehmen besteht, herrscht weiterhin gravierender Mangel an Fachkräften. Zwar ist auch die Zahl der Auszubildenden gesunken, aber nicht notwendigerweise wegen eines zu geringen Angebots, sondern aufgrund zu geringer Bewerberzahlen und hoher Abbrecherquoten.
Die weiteren Erwartungen für 2026 sind angesichts der geopolitischen Lage und der spezifischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland nur in Ausnahmefällen positiv.


