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Dritte ZVO-Umfrage zu Auswirkungen der COVID-19-Pandemie

Die ZVO-Mitgliedsunternehmen verspüren eine leichte Aufhellung des Geschäftsklimas. Dies ist das Ergebnis der dritten Umfrage zur Betroffenheit der Mitgliedsunternehmen durch die Corona-Krise, zur wirtschaftlichen Situation sowie zum Marketing-Instrument „Messen“. Die Umfrage wurde zwischen dem 24. September und 15. Oktober 2020 durchgeführt.

Symbolbild Hand Ankreuzen

Der ZVO befragte Mitglieder zu Auswirkungen der COVID-19-Pandemie.

Die Ergebnisse der nach April und Juni dritten ZVO-Mitgliederbefragung zeigen, dass die Branche zwar negative Auswirkungen spürt, der Großteil jedoch nicht von langfristigen Folgen für sein Unternehmen ausgeht. Eine im Vergleich zu den Vorbefragungen optimistischere Einschätzung der Lage.

44 Prozent beurteilen ihre wirtschaftliche Situation aktuell als zufriedenstellend, 31 Prozent als schlecht bzw. sehr schlecht, 25 Prozent jedoch auch als gut bzw. sehr gut. Allerdings ist sie bei insgesamt 71 Prozent der befragten Unternehmen schlechter bzw. sogar wesentlich schlechter als im Vorjahr.

Die Auftragslage hat sich seit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 gegenüber dem Vorjahr zum Teil deutlich verändert: Etwa 70 Prozent berichten aktuell von einer Reduzierung von bis zu 40 Prozent, bei 17 Prozent liegen die Einbußen noch darüber. Knapp 15 Prozent verzeichnen keine Änderung der Auftragslage. Im Vergleich zu den Ergebnissen der Befragungen im April und im Juni zeichnet sich hier jedoch eine leichte Erholung ab.

Für die kommenden zwölf Monate erwarten 38 Prozent keine nennenswerten Veränderungen der wirtschaftlichen Situation, 34 Prozent eine Verbesserung und 28 Prozent eine Verschlechterung.

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung lag im Oktober bei 74 Prozent. Bei knapp 60 Prozent der Unternehmen ist kein Personalabbau geplant. Eine etwaige Reduzierung der Beschäftigung wird überwiegend bei unter 5 Prozent liegen.

Nur 40 Prozent der Betriebe haben (noch) Kurzarbeit. Zum Vergleich: Im April waren es noch 65, im Juni 62. Die Kurzarbeit betrifft Fertigung und Verwaltung nahezu gleichermaßen.

Rund 65 Prozent haben öffentliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen. Der Anteil an Unternehmen, die Soforthilfe bzw. Kredite beantragt haben, ist im Vergleich zu April und Juni leicht gestiegen auf rund 16 bzw. 20 Prozent.

Als mögliche langfristige Auswirkungen der Corona-Pandemie sehen die befragten Unternehmen nicht nur negative Aspekte wie eine Reduzierung der Unternehmensgröße, der Umsätze und der Beschäftigung, sondern auch eine Umstellung des Angebots bzw. das Erschließen neuer Märkte, eine beschleunigte Digitalisierung, eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt oder eine Rückverlagerung der Produktion nach Europa. Die Krise kann auch als Chance begriffen werden, aus der die Branche gestärkt herausgeht. Mit einer Normalisierung der Situation rechnen die meisten Unternehmen jedoch erst ab Mitte nächsten Jahres.

Marketing-Instrument „Messen“

90 Prozent der befragten Unternehmen halten die Absage der Messe SurfaceTechnology GERMANY für die richtige Entscheidung. Für sie wäre eine Vorbereitung der Messe nicht zu leisten gewesen bzw. unter den aktuellen Bedingungen wäre mit zu wenigen Besuchern zu rechnen gewesen.

Ein Großteil der Befragten geht davon aus, dass die Corona-Pandemie auch weiterhin Auswirkungen auf das Marketinginstrument „Messen“ haben wird: Für mehr als die Hälfte werden auch Messegesellschaften umdenken und hybride Formate mit Online-Beteiligungsmöglichkeit anbieten müssen. Für 16 Prozent geht es ganz ohne Messen, während 12 Prozent davon ausgehen, dass Messen wichtiger werden, da der Markt nach der Pandemie die persönliche Begegnung in konzentrierter Form benötigt, um das Geschäft neu anzukurbeln.

Nur 13 Prozent glauben, dass Messen nach der Pandemie wieder in gewohnter Form durchgeführt werden.

Pressekonferenz SurfaceTechnology GERMANY und parts2clean

Diese Ergebnisse bildeten die Grundlage für die Präsentation des ZVO zur Situation der Branche auf der virtuellen Pressekonferenz zur SurfaceTechnology GERMANY und parts2clean am 27. Oktober 2020, der sich insgesamt 26 Teilnehmer zugeschaltet hatten.

Neben ZVO-Hauptgeschäftsführer Christoph Matheis referierten Olaf Daebler, Global Director SurfaceTechnology und parts2clean, Deutsche Messe AG, Dr. Martin Riester, VDMA Oberflächentechnik, Dr. Michael Zöllinger, Schlötter Galvanotechnik GmbH & Co. KG, Frank-Holm Rögner, Fraunhofer Reinigung, und Ulrike Kunz, SurTec Deutschland GmbH/FiT-Mitglied. 

Sie teilten im Wesentlichen die Einschätzungen des ZVO. Der VDMA Oberflächentechnik rechnet mit einem Umsatzrückgang von im Schnitt etwa 20 Prozent im Gesamtjahr 2020. Für 2021 wird das Niveau von 2020 erwartet. 2019 war der Außenhandel laut VDMA Oberflächentechnik noch auf 4 Milliarden Euro angewachsen. China führte dabei mit 21 Prozent die Rangliste an und hat damit Deutschland (15 Prozent) in der Außenhandelsstatistik abgelöst. Deutschland bleibt jedoch Technologieführer.

Zentrales Thema aller Branchen, Bereiche und Verbände ist die Digitalisierung.