• Bild galvaniserter Kunsstoff im Auto, Freisprechanlage
  • Kunsstoffe in verschiedenen Farben galvanisiert
  • Galvanisierter Kunsstoff im Auto, Heizung

Chrom 2030: Branchenbenchmark Chrom(VI)-freier Vorbehandlung

Das ursprünglich als Präsenzveranstaltung im März dieses Jahres geplante Fachseminar „Chrom 2030“ des FGK/ZVO fand nun am 23. September 2020 als 1,5 stündige Onlineveranstaltung statt. Unter anderem wurden die Ergebnisse des FGK-Ringversuchs zu Chrom(VI)-freien Vorbehandlungssystemen in der Kunststoffgalvanik vorgestellt.

Ergebnisse des Ringversuchs im Mittelpunkt der Webinars Chrom 2030

Mit über 70 Teilnehmern war das Webinar gut besucht. Neben einer großen Zahl an Vertretern aus den Automobilunternehmen und von Zulieferern waren Teilnehmer aus den Bereichen Verfahrenschemie, Kunststofftechnik sowie aus den Reihen des FGK und ZVO im virtuellen Tagungsraum anwesend. Die Veranstaltung unter der Überschrift „Die Zukunft galvanisierter Kunststoffe im Automobilbau“ thematisierte dieses Jahr neben der Autorisierung von Chromtrioxid und der dreiwertigen Verchromung alternative, Chrom(VI)-freie Verfahren zur Kunststoffvorbehandlung.

In ihrem gemeinsamen Vortrag stellten Dr. Felix Heinzler von der BIA Kunststoff- und Galvanotechnik und Christian Klaiss, Fischer Oberflächentechnologie, die Ergebnisse eines umfangreichen FGK-Ringversuches aus 2019 vor. Dabei wurden fünf Produktionsteile aus verschiedenen Substraten und mit breit variierender Geometrie mit unterschiedlichen Verfahren vorbehandelt und anschließend beschichtet. Im Ergebnis zeigt sich eine große Heterogenität zwischen den einzelnen gebenchmarkten Verfahren aber auch innerhalb eines Verfahrens über das Teilespektrum hinweg.

Ein großer Anteil der Prüflinge genügte den Anforderungen insbesondere beim Klimawechseltest oder der Warmlagerung nicht und zeigte nach den Tests teilweise gravierende Enthaftungsprobleme. Gleichwohl kann im Vergleich zum ersten Ringversuch im Jahr 2018 eine deutliche Reduzierung der Gesamtausfallrate konstatiert werden, die von 80 auf 50 Prozent sank. Einzelne Verfahren zeigten dabei für bestimmte Bauteilkombinationen bereits überwiegend gute Ergebnisse. Insgesamt, so Heinzler und Klaiss, ist eine deutlich positive Entwicklung zu erkennen. Herausforderung bleibt eine Verbesserung der Seriensicherheit und eine breitere Eignung der Verfahren für die gängigen Substrate und deren Kombinationen. Zu lösen sind außerdem noch Fragestellungen in der Prozesstechnik wie zum Bespiel bei Anodentechnik und Gestellmetallisierung sowie bei der Abwasserbehandlung. Eine umfangreiche Dokumentation des zweiten Ringversuches ist auf der ZVO-Homepage unter Publikationen sowie in der kommenden Ausgabe des ZVOreports zu finden.

Zur Dokumentation des Ringversuchs