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Galvanisierter Kunsstoff im Auto, Heizung
Bild galvaniserter Kunsstoff im Auto, Freisprechanlage
Kunsstoffe in verschiedenen Farben galvanisiert

Was haben die deutschen Kunststoffgalvaniken zur Erlangung einer Zulassung/Autorisierung von Chromtrioxid – Cr(VI) – getan?

Visualisierung des chemischen Periodensystems
Periodensystem

Die deutschen Kunststoffgalvaniken haben sich über mehrere internationale und nationale Konsortien (CTAC, Vecco e.V. und FGK) aktiv an dem Zulassungsprozess beteiligt, da während zweier Prozessschritte in der Galvanik Cr(VI)-haltige Stoffe verwendet werden. Diese Schritte sind die Vorbehandlung des Kunststoffes, um dessen Oberfläche elektrisch leitfähig zu machen und die eigentliche Verchromung, also das Aufbringen der finalen Metallschicht auf das Teil. Hervorzuheben ist, dass das Endprodukt keine Cr(VI)-haltigen Verbindungen enthält, sondern diese ausschließlich im Prozess zum Einsatz kommen.

Der CTAC-Antrag wurde von den Importeuren von Chromtrioxid gestellt und umfasst alle Anwendungen der Oberflächentechnik europaweit (vom Formulieren, über Hartverchromen, dekorative Beschichtungen bis hin zu Passivierungsschichten), bei denen Chromtrioxid verwendet wird. Von den im FGK organisierten Kunststoffgalvaniken wurde ein eigener Zulassungsantrag erstellt, der sehr spezifisch auf die automotiven Anwendungen der dekorativen Beschichtung im Interieur und Exterieur ausgerichtet ist.

Wie ist der Stand?

Im Regelungsausschuss der Europäischen Kommission fand am 15. Februar 2019 die Abstimmung über zwei Autorisierungsanträge statt, die für die weitere Nutzung von sechswertigen Chromverbindungen für die Verchromung von Kunststoffbauteilen von Bedeutung sind:
Für den CTAC-Antrag wurde ein Überprüfungszeitraum von vier Jahren festgelegt. Die Frist für den Überprüfungszeitraum (Review Period) gilt aufgrund der deutlich verspäteten Entscheidung der Kommission nicht ab dem „Sunset Date“ 21. September 2017, sondern ab dem Veröffentlichungsdatum des Zulassungsbescheids.

Der Gerhardi Joint Application Antrag (FGK-Antrag), der von fast allen FGK-Mitgliedern gestellt wurde, erhielt trotz der Empfehlung der ECHA von zwölf Jahren nur einen Überprüfungszeitraum von sieben Jahren ab dem „Sunset Date“, also bis zum September 2024. Die Antragsteller werden bis dahin alternative Lösungen umgesetzt oder einen Folgeantrag gestellt haben. Die Veröffentlichung beider Autorisierungsbescheide im EU-Amtsblatt wird bis Herbst 2019 erwartet.

FGK-Unternehmen planen Umstellung auf dreiwertige Verchromung

Der FGK hat sich frühzeitig mit der Evaluierung der dreiwertigen Verchromung beschäftigt. Über mehrere Jahre hinweg wurden die am Markt erhältlichen Systeme auf Herz und Nieren geprüft. Von den dadurch gewonnenen Erkenntnissen wurde die Entwicklung der Verfahren maßgeblich beeinflusst. Einzelne FGK-Mitgliedsunternehmen setzen bereits dreiwertige Chromverfahren in Serie ein oder haben Testverfahren installiert.

Nun gilt es, die teilweise erheblichen Anlagenumbauten zu planen und zu terminieren. Dies wird je nach Unternehmen einige Jahre in Anspruch nehmen, wird aber sicher bis 2024 erreicht sein. Ob zusätzlich ein Folgeantrag für eine weitere Review Period gestellt wird, wird rechtzeitig entschieden werden. Parallel gilt es, mit den Automobilkunden das Umstellszenario abzustimmen. Einige OEM haben bereits die Voraussetzungen für einen Wechsel auf die dreiwertige Verchromung geschaffen.

Chrom(VI)-freie Vorbehandlung wird intensiv entwickelt und erprobt

Die Umstellung auf Chrom(VI)-freie Prozesse in der Vorbehandlung kann erst in Serie umgesetzt werden, wenn die Prozesssicherheit für die gängigen eingesetzten Kunststoffe sowie deren Kombinationen in Mehrkomponenten-Bauteilen abgesichert ist. Dazu laufen derzeit verschiedene intensive Versuche sowohl bei den Formulierern als auch in den FGK-Mitgliedsbetrieben. Sobald die Eignung von Alternativen im großtechnischen Maßstab nachgewiesen ist, werden die Unternehmen auch hier den Anlagenumbau, der sehr aufwendig sein wird und nur in kurzen zur Verfügung stehenden Zeitfenstern stattfinden kann, planen und umsetzen. Sollte bis zum Ablauf der Review Period die Einsatzfähigkeit der alternativen Vorbehandlung nicht 100-prozentig abgesichert sein, werden die FGK Mitglieder einen Folgeantrag für eine weitere Review Period stellen. Auch hier wird der FGK das Umstell- und Bemusterungsszenario mit den OEM abstimmen.

Weitere Informationen gewünscht?

Wenn Sie weitere Informationen zum Stand der Autorisierung von Chromtrioxid in der Kunststoffgalvanik oder den Cr(VI)-freien Alternativen wünschen, wenden Sie sich gerne an unsere Geschäftsstelle oder direkt an unseren Automotive Manager.

Kontakt:

Fachverband Galvanisierte Kunststoffe e.V.
Postfach 10 10 63
40710 Hilden

Tel.: +49 2103 25 56 10
Fax: +49 2103 25 56 15

mail@zvo.org
www.zvo.org Fachverband Galvanisierte Kunststoffe e.V.


Automotive Manager
Andreas Moje
Itterpark 4
40724 Hilden

Tel.: +49 2103 25 56 23
Fax: +49 2103 25 56 43

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